Website-Relaunch: Wann er sich lohnt, was er kostet und wie du Rankings rettest
Ein Relaunch ist verlockend: neue Optik, modernes Gefuehl, endlich weg vom Alt-System. Aber ein Relaunch ist auch riskant. Er kann Geld kosten, ohne dass sich am Ergebnis etwas aendert, und im schlimmsten Fall kostet er dich Google-Rankings, die du dir ueber Jahre erarbeitet hast. Dieser Leitfaden hilft dir bei drei Fragen: Lohnt sich ein Relaunch ueberhaupt, was kostet er realistisch, und wie machst du ihn, ohne deine Sichtbarkeit zu verlieren.
Wann sich ein Relaunch wirklich lohnt
Ein Relaunch lohnt sich, wenn ein strukturelles Problem dahintersteckt, das du mit Nachbessern nicht loest. Gute Gruende sind:
- Die Technik blockiert dich. Das CMS ist veraltet, nicht mehr sicher oder so unflexibel, dass jede Aenderung teuer wird.
- Mobil und Ladezeit sind schlecht. Wenn die Seite auf dem Handy kaum nutzbar ist oder Sekunden zum Laden braucht, verlierst du Besucher und Rankings.
- Die Seite konvertiert nicht. Du hast Besucher, aber kaum Anfragen, weil Struktur, Texte oder Nutzerfuehrung nicht stimmen.
- Die Marke passt nicht mehr. Positionierung, Angebot oder Zielgruppe haben sich verschoben, und die Website erzaehlt noch die alte Geschichte.
Kein guter Grund ist dagegen blosse Langeweile. Wenn dir die Seite nur nicht mehr gefaellt, technisch aber funktioniert und Anfragen bringt, reicht oft ein Redesign einzelner Seiten oder ein Auffrischen von Bildern und Texten. Das ist ehrlicher Rat: Ein Relaunch, der ein laufendes System ersetzt, ohne ein echtes Problem zu loesen, ist meist herausgeworfenes Geld.
Was ein Relaunch realistisch kostet
Die Kosten haengen davon ab, wie viel neu gedacht und neu gebaut wird. Grobe Orientierung aus unserer Festpreis-Praxis:
- One-Pager (2.000-3.000 EUR): eine fokussierte Seite, wenn du wenige Inhalte hast und vor allem Anfragen generieren willst.
- Multi-Page mit CMS (4.500-8.000 EUR): der klassische KMU-Relaunch mit mehreren Seiten, Blog und einem System, das du selbst pflegen kannst.
- Custom-Feature (ab 9.000 EUR): wenn neben der Website ein echtes Tool dazukommt, etwa ein Rechner, ein Buchungsmodul oder ein Kundenbereich.
- Tech- oder SaaS-Build (6.000-25.000 EUR): fuer Startups, die kein Schaufenster, sondern ein Produkt mit Logik, Konten und Datenbank brauchen.
Wichtig: Der Preis fuer das Bauen ist nur ein Teil. Rechne Inhalte ein. Gute Texte, sortierte Bilder und eine durchdachte Seitenstruktur sind oft der Engpass, nicht das Design. Ein Festpreis hilft dir, das Budget vorher zu kennen, statt in einem offenen Stundenkonto zu landen.
So machst du den Relaunch ohne Ranking-Verlust
Der haeufigste, teuerste Fehler beim Relaunch: Die alte URL-Struktur wird weggeworfen, neue Adressen entstehen, und Google findet die bisherigen Seiten nicht mehr. Rankings brechen ein, weil jede gut platzierte alte Seite ins Leere zeigt. Verhindern kannst du das mit Disziplin:
- Bestand aufnehmen. Liste vor dem Start alle bestehenden URLs auf und markiere, welche Besucher und Anfragen bringen. Diese Seiten sind dein Kapital.
- 301-Redirect-Konzept bauen. Jede alte URL muss per dauerhafter Weiterleitung auf ihr neues Pendant zeigen. Keine Sammel-Weiterleitung auf die Startseite, sondern jeweils auf die thematisch passende neue Seite.
- Inhalte erhalten. Loesch gut rankende Texte nicht einfach. Uebernimm und verbessere sie, statt bei null anzufangen.
- Technik sauber halten. Behalte saubere Seitentitel, Beschreibungen und eine aktuelle Sitemap bei. Achte darauf, dass die neue Seite indexierbar ist und nicht versehentlich auf nicht-indexieren steht.
- Vor dem Livegang testen. Pruefe die Weiterleitungen auf einer Testumgebung, bevor du umschaltest. Ein einziger Tippfehler im Redirect-Konzept kann hunderte Seiten ins Nichts schicken.
- Nach dem Livegang ueberwachen. Reiche die Sitemap in der Google Search Console ein und beobachte die ersten Wochen Crawling-Fehler und Indexierung. Schwankungen sind normal, ein dauerhafter Absturz ist ein Warnsignal.
Plane zudem mit etwas Geduld. Auch ein technisch perfekter Relaunch fuehrt oft zu kurzen Ranking-Schwankungen, weil Google die neue Struktur neu bewerten muss. Das pendelt sich meist innerhalb weniger Wochen wieder ein, sofern die Weiterleitungen stimmen.
Woher wir das wissen
Wir reden hier nicht aus der Theorie. Wir betreiben sieben eigene Marken live in Produktion, vom Barrierefreiheits-Scanner ueber ein Produktportal mit ueber 177.000 Eintraegen bis zu einer Marine-SaaS. Diese Projekte mussten wir selbst aufbauen, umstellen und bei Google sichtbar halten. Die Lehren aus eigenen Migrationen, eigenen Redirect-Konzepten und eigenen Ranking-Dellen fliessen in jeden Kunden-Relaunch ein.
Kurzfazit
Ein Relaunch lohnt sich, wenn ein echtes Problem die alte Seite ausbremst, nicht weil ein neues Jahr beginnt. Plane das Budget ueber einen klaren Festpreis, investiere ebenso viel in Inhalte wie in Design, und behandle die Suchmaschinen-Sichtbarkeit als feste Projektphase, nicht als Nachgedanke. Ein sauberes Redirect-Konzept ist der Unterschied zwischen einem Sprung nach vorne und einem teuren Rueckschritt.