Keyword-Recherche für Einsteiger: So findest du, wonach Kunden suchen
Bevor du Texte für deine Webseite schreibst, solltest du wissen, welche Worte deine Kunden tatsächlich bei Google eintippen. Genau das ist Keyword-Recherche: Du findest heraus, mit welchen Suchanfragen Menschen nach dem suchen, was du anbietest. Klingt simpel, wird aber oft falsch gemacht – meist, weil man von sich selbst auf den Kunden schließt. Du nennst dein Angebot vielleicht barrierefreie Webentwicklung, der Kunde sucht aber nach Webseite barrierefrei machen Kosten. Dieser Unterschied entscheidet, ob du gefunden wirst.
Warum Keyword-Recherche überhaupt wichtig ist
Die beste Seite nützt nichts, wenn niemand nach den Begriffen sucht, mit denen du sie gefüllt hast. Keyword-Recherche sorgt für drei Dinge:
- Sichtbarkeit: Du schreibst über Themen, die wirklich nachgefragt werden, statt über das, was du dir ausdenkst.
- Passende Besucher: Wer nach deinem konkreten Begriff sucht, hat ein echtes Anliegen – das sind die Leute, die kaufen oder anfragen.
- Klare Struktur: Aus den gefundenen Begriffen ergibt sich fast von selbst, welche Seiten und Artikel du brauchst.
Wir merken das bei unseren eigenen Marken jeden Tag: Wir betreiben sieben eigene Projekte live in Produktion, vom Barrierefreiheits-Scanner bis zum Kosmetik-Produktportal mit über 177.000 Produkten. Was dort an Suchbegriffen funktioniert, weicht regelmäßig von dem ab, was wir am Anfang vermutet hätten.
Schritt 1: Sammle Begriffe aus dem Kopf deiner Kunden
Starte ohne Tool. Schreib auf, mit welchen Worten ein Kunde sein Problem beschreiben würde – nicht, wie du es als Fachperson benennst. Hilfreiche Quellen dafür:
- Fragen, die dir Kunden per Mail oder am Telefon stellen.
- Formulierungen aus Bewertungen, Foren und Facebook-Gruppen deiner Branche.
- Die Sprache, die deine Wettbewerber auf ihren Seiten benutzen.
So bekommst du eine erste Liste von Themen. Diese Liste ist deine Ausgangsbasis – noch grob, aber nah am echten Sprachgebrauch.
Schritt 2: Erweitere mit kostenlosen Werkzeugen
Du brauchst kein teures Abo, um anzufangen. Diese Quellen sind kostenlos und liefern viel:
- Google-Autosuggest: Tippe deinen Begriff in die Google-Suche und schau, was automatisch vorgeschlagen wird. Das sind reale, häufige Suchanfragen.
- Ähnliche Fragen / Verwandte Suchanfragen: Die Boxen mitten und unten auf der Ergebnisseite zeigen dir, was Menschen sonst noch eingeben.
- Google Search Console: Wenn deine Seite schon online ist, siehst du dort kostenlos, mit welchen Begriffen Leute dich bereits finden. Das ist Gold wert, weil es echte Daten sind.
- AnswerThePublic oder Google Trends: Geben dir Fragen rund um ein Thema und zeigen, ob das Interesse steigt oder fällt.
Für den Einstieg reicht das völlig. Bezahl-Tools wie Ahrefs oder Sistrix liefern genauere Suchvolumen, sind aber erst sinnvoll, wenn du regelmäßig und systematisch arbeitest. Wenn du nur ein paar Seiten optimieren willst, brauchst du sie ehrlich gesagt nicht.
Schritt 3: Verstehe die Suchintention
Das ist der Schritt, den die meisten Einsteiger überspringen – und der am meisten bringt. Hinter jeder Suche steckt eine Absicht. Grob gibt es drei Typen:
- Informativ: Jemand will etwas wissen (was kostet eine Webseite). Hier passt ein Ratgeber-Artikel.
- Kommerziell: Jemand vergleicht und überlegt zu kaufen (Agentur Webseite Festpreis). Hier passt eine Leistungs- oder Vergleichsseite.
- Transaktional: Jemand will jetzt handeln (Webdesigner beauftragen). Hier passt deine Angebots- oder Kontaktseite.
Die einfachste Methode, die Intention zu prüfen: Gib das Keyword bei Google ein und schau dir die ersten Treffer an. Sind das Ratgeber, Shops oder Anbieterseiten? Google zeigt dir damit, was Nutzer erwarten. Schreibe genau für diese Erwartung – sonst rankst du nicht, egal wie gut dein Text ist.
Schritt 4: Setze auf Long-Tail-Begriffe
Kurze Begriffe wie Webseite sind hart umkämpft und ungenau. Längere Suchanfragen mit drei bis fünf Wörtern – sogenannte Long-Tail-Keywords – haben weniger Suchvolumen, aber deutlich mehr Erfolgsaussicht und konkretere Absicht. Webseite für Handwerksbetrieb erstellen lassen bringt dir weniger, aber dafür passendere Besucher als Webseite. Gerade als Einsteiger oder kleineres Unternehmen ist der Long-Tail dein bester Hebel, weil du dort gegen weniger große Anbieter antrittst.
Schritt 5: Ordne und priorisiere
Pack deine gesammelten Begriffe in eine einfache Tabelle und bewerte jeden nach drei Kriterien: Wird danach überhaupt gesucht? Passt er zu deinem Angebot? Wie stark ist die Konkurrenz? Fang mit den Begriffen an, die gut zu dir passen und realistisch erreichbar sind – nicht mit den größten. Pro Seite konzentrierst du dich auf ein Hauptkeyword plus ein paar verwandte Begriffe. Zwei Seiten zum selben Keyword machen sich gegenseitig Konkurrenz, das willst du vermeiden.
Häufige Anfängerfehler
- Nur auf hohes Suchvolumen schauen und die Intention ignorieren.
- Begriffe wählen, die niemand sucht, weil sie nach Fachjargon klingen.
- Dasselbe Keyword auf mehreren Seiten verwenden.
- Recherche einmal machen und nie wieder anfassen – Suchverhalten ändert sich.
Keyword-Recherche ist kein Hexenwerk und kostet anfangs nichts außer Zeit. Wer ehrlich aus Kundensicht denkt, die Intention prüft und auf konkrete Long-Tail-Begriffe setzt, hat den größten Teil schon richtig gemacht.