Festpreis oder Stundensatz bei Webentwicklung: Was passt zu deinem Projekt?
Wenn du eine Website oder ein Web-Tool bauen lassen willst, stoesst du frueh auf die gleiche Frage: Festpreis oder Stundensatz? Beide Modelle sind seriose Wege, ein Projekt abzurechnen. Aber sie verschieben das Risiko, die Kontrolle und den Verwaltungsaufwand jeweils anders. Wer das versteht, verhandelt besser und vermeidet boese Ueberraschungen auf der Rechnung. Hier bekommst du eine ehrliche Einordnung, wann welches Modell sinnvoll ist und warum wir bei den meisten Projekten Festpreis bevorzugen.
So funktionieren die beiden Modelle
Beim Festpreis vereinbart ihr vorab einen klar definierten Umfang und einen festen Betrag. Was im Angebot steht, wird zu diesem Preis geliefert - egal, wie lange es am Ende dauert. Das Risiko von Fehleinschaetzungen traegt der Dienstleister.
Beim Stundensatz (oft auch "Time & Material" genannt) zahlst du fuer die tatsaechlich geleistete Arbeitszeit, abgerechnet nach einem Satz pro Stunde oder Tag. Der Umfang kann sich flexibel veraendern. Das Risiko, dass etwas laenger dauert als gedacht, liegt bei dir.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
Festpreis - Vorteile:
- Du kennst die Kosten von Anfang an und kannst sicher budgetieren.
- Der Dienstleister ist motiviert, effizient zu arbeiten - jede Verzoegerung geht zu seinen Lasten, nicht zu deinen.
- Du musst keine Stundenzettel pruefen oder Zeiterfassung hinterfragen.
Festpreis - Nachteile:
- Der Umfang muss vorab sauber definiert sein. Spaetere Aenderungen laufen ueber separate Nachtraege.
- Bei sehr unklaren Anforderungen kalkuliert ein serioser Anbieter einen Risikoaufschlag ein.
Stundensatz - Vorteile:
- Maximale Flexibilitaet: Du kannst die Richtung jederzeit aendern, ohne neu zu verhandeln.
- Sinnvoll, wenn zu Beginn noch gar nicht feststeht, was genau gebaut werden soll.
- Du zahlst nur fuer das, was wirklich gemacht wird - bei kleinem Aufwand auch wenig.
Stundensatz - Nachteile:
- Die Endkosten sind offen. Aus "ungefaehr 40 Stunden" werden schnell 70.
- Du musst Zeitnachweise pruefen und Vertrauen aufbringen, dass effizient gearbeitet wird.
- Es gibt keinen strukturellen Anreiz, schnell fertig zu werden.
Wann der Stundensatz wirklich sinnvoll ist
Es gibt Situationen, in denen Stundenabrechnung das ehrlichere Modell ist. Zum Beispiel:
- Laufende Pflege und Wartung einer bestehenden Seite, bei der nicht planbar ist, was anfaellt.
- Forschungs- und Experimentierphasen, in denen ihr noch herausfindet, ob eine Idee ueberhaupt traegt.
- Sehr offene Produktentwicklung, bei der sich Anforderungen woechentlich aendern.
In diesen Faellen wuerde ein Festpreis nur ein Scheinversprechen sein - niemand kann seriose Festpreise auf eine offene Frage geben. Wer es trotzdem tut, baut entweder einen dicken Puffer ein oder streitet spaeter ueber den Umfang.
Warum wir Festpreis bevorzugen
Fuer die meisten klar umrissenen Projekte - eine Website, ein Web-Tool, ein SaaS-Dashboard - halten wir den Festpreis fuer das fairere Modell. Der Grund ist einfach: Das Risiko der Schaetzung gehoert zu uns, nicht zu dir. Wir entscheiden, welche Technik wir einsetzen und wie wir arbeiten. Also sollten auch wir das Risiko tragen, wenn etwas laenger dauert als gedacht.
Dass wir das koennen, hat einen handfesten Hintergrund: Wir betreiben sieben eigene Marken live in Produktion - darunter einen Barrierefreiheits-Scanner, ein Kosmetik-Produktportal mit ueber 177.000 Produkten, ein Fahrzeug-Deal-Radar, eine Marine-SaaS und einen Industrie-Marktplatz. Wir kennen den Aufwand hinter solchen Systemen aus eigener Erfahrung. Deshalb koennen wir vergleichbare Vorhaben realistisch einschaetzen und einen Festpreis nennen, der haelt.
Konkret heisst das bei uns: Ein One-Pager liegt je nach Umfang bei 2.000 bis 3.000 Euro, eine mehrseitige Website mit CMS bei 4.500 bis 8.000 Euro, ein groesseres Custom-Feature bei rund 9.000 Euro und ein vollwertiger Tech- oder SaaS-Build je nach Tiefe bei 6.000 bis 25.000 Euro. Du weisst also vor dem Start, woran du bist.
Der Schluessel ist ein sauberes Scoping
Ein guter Festpreis steht und faellt mit der Vorarbeit. Bevor wir eine Zahl nennen, klaeren wir, was genau gebaut werden soll: welche Seiten, welche Funktionen, welche Schnittstellen. Was nicht im Angebot steht, ist auch nicht eingepreist - das ist kein Trick, sondern Transparenz. Aendert sich der Wunsch waehrend des Projekts, halten wir den Mehraufwand als klar benannten Nachtrag fest, statt still die Rechnung wachsen zu lassen.
Unsere ehrliche Empfehlung: Lass dir bei einem klar definierbaren Projekt einen Festpreis geben. Wenn ein Anbieter das nicht kann oder nur ausweichend mit Stundensaetzen antwortet, ist die Anforderung entweder noch zu unklar - oder er will sich das Schaetzrisiko nicht aufladen. Beides solltest du wissen, bevor du unterschreibst.